23. November 2012 von in

Fright Nights 2012: Tag 5

Ein sehr interessanter Tag bei den Fright Nights, mit einigen ungewöhnlichen Beiträgen.

Der Eröffnungsfilm an diesem Abend, das mehr oder weniger One-Man-Project, Der Dorflehrer von Genlock (nominiert für besten Amateurfilm), verlangt sehr viel Verständnis und Geduld von seinen Zusehern.
Primärer Handlungsort ist ein Lokal. Mehrere Leute sterben, die Morde werden in dem Lokal diskutiert, analysiert und es wird ein Täter gesucht. Viel mehr muss und kann man zur Story eigentlich nicht sagen.
Von Anfang an ist der Amateurlook sehr offensichtlich und dann wurde auch noch über den kompletten Film ein sehr penetranter blauer Look gelegt, der auf Dauer eher störend als stimmungsunterstützend wirkt. Auch die Technomusik zu Beginn und der Barsoundtrack später, sind sehr gewöhnungsbedürftig und können Mainstream-gewohnte Seher durchaus abschrecken.
Das der Film trotzdem unterhält, liegt an der geschickten Erzählweise und an der Atmosphäre, die der Film kreiert. Wenn man mit einer derart ungewohnten Machart etwas anfangen kann, ist man hier absolut richtig. Hate it, or love it!

Die Österreicher müssen verrückt sein!
Üblicherweise versuche ich mit allen Mitteln meine Landsleute zu verteidigen und als „normale Weltbürger“ dazustellen, aber bei diesem kranken, absurden und lächerlichen Film, gehen mir die Argumente aus. Aber versteht mich nicht falsch, das ist nicht negativ gemeint!
Das Ding aus der Mur, nennt sich der Film, der mir richtig ans Herz gewachsen ist. Eine derartige Trash-Meisterleistung sieht man wirklich nicht oft (Natürlich nominiert für „Trash-Award“, zusätzlich auch noch „Bester Amateurfilm“).
Jedes Wort über eine Story wäre verschwendet, der Titel ist bereits die komplette Story (Die Mur ist ein Fluß der durch Graz fließt). Jetzt gibt es natürlich viele Möglichkeiten eine derartige Geschichte zu realisieren, aber damit hat wohl wirklich keiner gerechnet.
Die unten geposteten drei Trailer/Teaser vermitteln einen sehr guten Eindruck, wobei das Gesamtprodukt noch um einiges abgefahrener ist. Jeder der Lachen und Kopfschütteln will: Anschauen!

Nach diesen zwei Amateur-Bomben, bot der Abschlußfilm Two Eyes Staring, etwas komplett anderes. Nämlich dichte, bedrohliche Gruselatmosphäre mit vielen traurigen und dramatischen Elementen.
Die Story klingt bekannt: Ein 9-jähriges Mädchen zieht, gegen ihren Willen, mit ihren Eltern in ein neues Haus in Antwerpen. Dort gehts natürlich nicht mit rechten Dingen zu und sehr schnell hat sie auch schon das erste gespenstische Erlebnis…
Aber lasst euch davon nicht täuschen, denn die Stimmung und die akuraten Handlungen sind wirklich außergewöhnlich. Der Film kommt komplett ohne Schockmomente aus, viel mehr vermittelt er ein Gefühl und einen grusligen Dauerzustand. Technisch und Schauspielerisch ist der Streifen absolut astrein, vor allem die junge Isabelle Stokkel zeigt eine tolle Leistung.
Mit Sicherheit ein in dieser Form einzigartiger Film, den ich wirklich jedem Fan von subtilen, unterschwelligem Horror, ans Herzen legen möchte.

Mehr zum Thema

Lust auf...?

Kommentare

Kommentare sind hier nicht mehr möglich.