Das Camp

Originaltitel: Troops
Autor: Nick Cutter
Genre: Horror-Thriller
Umfang: 464 Seiten
Veröffentlichung: 08.09.2014
Verlag: Heyne

Das Camp ist der erste auf Deutsch erschienene Roman des Autors Nick Cutter (bürgerlich: Craig Davidson). Es geht um eine Pfadfindergruppe, die mit ihrem Leiter auf einer einsamen Insel Kanadas einen Teil ihrer Ferien verbringt. Nachts kommt ein entstellter Mann mit seinem Boot zu der Insel. Ihn scheint mehr als nur ein ungeheurer Hunger zu treiben, denn er verschlingt nicht nur alle Vorräte der Gruppe, sondern zerstört im Wahn auch noch die beiden Boote und das Funkgerät. Er bittet den Gruppenleiter um Hilfe, stirbt aber, bevor dieser etwas unternehmen kann. Nicht er stellt eine Gefahr für die Gruppe dar, sondern etwas in ihm, ein Virus, das sich schnell ausbreitet – und gegen das die Jungs und Ihr Leiter wenig unternehmen können.

Die Rahmenhandlung des Buches ist nicht neu, ich musste oft an den Film „Cabin Fever“ (2003, Eli Roth) denken, der behandelt quasi das gleiche Thema. Durch zwei Punkte sticht Das Camp aber aus den meisten Neuerscheinungen im Genre heraus: Zum Einen geht es nicht um Erwachsene, sondern um 14-Jährige Jugendliche, allesamt Jungs. Zum Anderen wird der Fokus weniger auf Horror, sondern auf Splatter in seiner Reinform gelegt. Der Ekelfaktor ist dermaßen hoch, dass man schon ein Faible für ihn haben muss. Wer aber Filme wie „Braindead“ (1992, Peter Jackson) oder ähnliche sehen kann, ohne dass sich ihm der Magen komplett umdreht, kann sich auch an dieses Buch heranwagen. Denn hier geht es noch deutlich heftiger zu.

Da das Buch häppchenweise von dem Virus erzählt und somit erheblich zur Spannung beiträgt, will ich nur das Nötigste von ihm erzählen. Es handelt sich um Würmer, die sich in die Menschen einnisten. Wie sie das tun, und wie sich die Menschen dadurch verändern, sage ich nicht. Jedenfalls wird die Zerstörung des menschlichen, manchmal auch des tierischen, Körpers explizit geschildert. Einige Male war es auch mir zu viel und ich konnte einige Kapitel nicht weiterlesen, da brauchte ich eine Pause.

Neben der Splatterszenen wird die Gruppe der Jungs beschrieben. Zwar läuft der Autor hier ständig in die Klischeefalle, weil man alle Charaktere schon aus anderen Büchern und Filmen kennt. Dennoch muss man ihm lassen, dass er die Jungs sehr genau und einfühlsam beschreibt, und dass diese Passagen eine gute Abwechslung zu den Metzelszenen bieten.

Das Buch ist meiner Meinung nach sehr kurzweilig, obwohl im Großen und Ganzen wenig passiert. Wen der Virus als nächstes trifft, woher er überhaupt kommt und was auf dem Festland passiert, beschreibt der Autor in unterschiedlichen Sequenzen, mal in Zeitungsartikeln, mal in Erinnerungsbeschreibungen, meistens aber aus der Sicht der einzelnen Jungs.

Die Meinungen zu Das Camp sind sehr unterschiedlich. Ich wusste auch über lange Strecken nicht, wie ich das Buch einschätzen sollte. Im Großen und Ganzen habe ich es aber gerne gelesen. Wer starke Nerven hat und den heftigen Ekel-Horror abkann, sollte einen Blick riskieren. Wenn man sich auf die Teenagergeschichten und eine nicht ganz neue und nicht allzu komplexe Rahmenhandlung einstellen kann, lohnt sich das Buch.

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