Das Mädchen

Originaltitel: The Girl who loved Tom Gordon
Autor: Stephen King
Genre: Drama, Horror
Umfang: 304 Seiten
Veröffentlichung: 2000
Verlag: Ullstein Taschenbuch

Als die neunjährige Trisha gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einen Wald bei Maine auf eine Wanderung fahren, da erwartet sie lediglich die üblichen Streitereien der beiden Begleiter und eine vielleicht ein bisschen unterhaltsame Zeit in der Natur. Auf dem Wanderpfad entschließt sie sich schon nach kurzer Zeit allerdings, außer Acht der beiden Streithähne gelassen, den Weg zu verlassen um im Wald ihr kleines Geschäft zu erledigen.

Doch damit begeht Trisha einen großen Fehler, denn sie findet nicht zurück auf den Wanderpfad und entfernt sich stattdessen ungeahnt immer weiter davon. So beginnt ihr Horror-Trip durch den Wald, ohne dass es ihre Mutter oder ihr Bruder sofort bemerkten.

Mit Das Mädchen schrieb Stephen King einen eher ruhigen und nüchternen Roman, welcher die Leidensgeschichte eines kleinen Mädchens erzählt, welches sich im Wald verlaufen hat und dort mehrere Tage herum irrt und gegen die Angst des Alleine-seins, den Hunger und den Durst und gegen ihre eigenen Kräfte kämpfen muss. Dabei darf der Leser keine große Horror-Geschichte erwarten, vielmehr handelt es sich um ein Abenteuer, gemischt mit einem kleinen bisschen Thriller und wie man sich denken kann einer großen Portion Tragik.

Dazu erschließt der Autor Stephen King die Psyche des Mädchens – auch wenn dieses ab und zu etwas zu schlau für ihr Alter beschrieben wird – in vielen kleinen Details und lässt den Leser so eine emotionale Bindung zum Mädchen in der misslichen Lage aufbauen. Dabei wird man nicht selten so tief in den Wald gezogen, dass man sich selbst fragt, was das Mädchen tun sollte, oder auch wovor es sich zu fürchten hat.

Die Spannung der Story verläuft linear nach oben, allerdings wird der Plot an sich von einem Grundrauschen der Angst beherrscht, denn neben der tragischen Geschichte erwartet man als King-Leser immer etwas übernatürliches. Und dies scheint auch da zu sein, nur der Autor aus Maine lässt einen nicht wissen, wann und wo es zuschlagen könnte. Nur eins ist dem Leser klar: Es wird in der Nacht geschehen. Ebenso, wie man als Kind nur dann eine Angst vor Monstern unter dem Bett verspürt, wenn es Nacht ist.

Insgesamt bietet Das Mädchen einem eine ergreifende Geschichte, welche eine schier unbeschreibliche Situation umfasst und dazu die Ängste eines jeden Menschen in Kindheitstagen wiederspiegelt. Für Freunde der Gruselgeschichten ist der Roman allerdings nicht besonders geeignet, da diese Stellen eher selten vorkommen und es hauptsächlich um den Weg des Mädchens durch den Wald geht.

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