Das Motel

Originaltitel: The Last Motel
Autor: Brett McBean
Genre: Horror, Psychothriller
Umfang: 380 Seiten
Veröffentlichung: 09.04.2012
Verlag: Festa Verlag

Zimmer frei – für Mörder, Opfer und Voyeure.

Das Motel von Brett McBean handelt von dem Lodgepole Pine Motel, welches an einer abgelegenen Straße in den Bergen liegt. Am Halloween-Abend werden bei der Besitzerin Madge drei verschiedene Zimmer gebucht von Paaren, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ein Ehepaar, welches sich normal verhält, aber scheinbar doch irgendetwas zu verbergen hat; zwei junge Männer, die der Besitzerin überhaupt nicht gefallen und vor denen sie ein klein wenig Angst hat (das wird wohl die Erfahrung sein); und als letztes ein Mann, der mit seinem schlafenden Jungen im Auto angekommen ist, doch irgendwie kommt dieser Mann Madge bekannt vor – und wieso trägt er einen gefälschten Bart, so wie es nur die berühmten Männer tun, die ihren Frauen fremdgehen..?

Die drei Paare haben alle ihre eigene Geschichte, welche sich im Buch bis in die stürmische Halloween-Nacht hineinziehen. Letztlich müssen sie sich aber allesamt noch kennen lernen und dies führt sie dazu, dass aus der Nacht in dem Motel, welches eigentlich für alle als Versteck herhalten sollte, eine Nacht des Grauens wird.

Das Motel von Brett McBean wurde über den Festa Verlag veröffentlicht, wo zum aktuellen Zeitpunkt auch noch Die Sünder, Die Mutter und Die Bestien veröffentlicht wurden. Brett McBean passt meiner Meinung nach hervorragend zu dem Verlag des Horrors, dies wurde nun mit Das Motel bewiesen.

Der Psychothriller ist sehr vielschichtig und hervorragend ausgeklügelt, die Story lässt zu keinem Zeitpunkt nach und bietet durchgehend Unterhaltung. Das Motel erzählt insgesamt 6 einzelne Geschichten (oder auch einzelne „Schicksale“), neben den drei Gäste-Paaren und der Motel-Besitzerin Madge gibt es noch zwei weitere, auf die ich aber der Spannung wegen nicht eingehen werde. Die recht kurzen Kapitel machen es möglich, dass die Handlung häufig von Geschichte zu Geschichte springt und der Leser sich immer wieder auf neue Enzelheiten freuen kann. Man entwickelt beim Lesen unterschiedliche Sympathien und Hoffnungen, die sich aber auch recht schnell wieder ändern, vor allem wenn es auf das Ende zugeht.

Da alle Geschichten nach und nach zu einer großen Verschmilzen, was dem Autor nahtlos und beeindruckend gelungen ist, wird man immer wieder dazu gezwungen, neue Sympathien zu verteilen. Anders als man es von Horrorgeschichten kennt, hat man so aber die Chance verschiedene Standpunkte zu erleben und sich in die Situationen der jeweiligen Charakter hineinzudenken. Das Motel will niemanden verurteilen und Straftäter nicht in ein bestimmtes Licht stellen, dieser Roman hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen dahinter zu beleuchten und die Beweggründe für bestimmte Taten zu erklären.

Neben teilweise sehr brutalen und detailliert beschriebenen Gewalttaten, bietet der Roman auch einiges an Erotik. Allerdings keine 0-8-15 Erotik, auch hier greift McBean tief in einen Sack und kramt Geschichten aus den hintersten Ecken aus. Das Ganze aber auch wieder ohne zu Urteilen und mit einer nüchternen und sachlichen Sprache, die einem das dreckigste Sexspiel als natürliche Sache darstellt.

Sprachlich ist Das Motel durchgehend sehr einfach gehalten. Die Charaktere haben zwar alle ihre eigene Art zu sprechen, aber die Art von McBean die Geschichte zu erzählen ist fast schon plump und manche würden auch sagen unkreativ. Doch für mich persönlich war dies in keiner Weise negativ, sondern hat ein leichtes Lesegefühl verschaffen und somit auch uneingeschränkt gut unterhalten.

Und das sollte ein Psychothriller auch tun, einfach nur unterhalten. Deshalb ist Brett McBeans Das Motel eine absolute Empfehlung meinerseits für all diejenigen, die Lust auf eine verdammt gute Story haben, welche mit morbiden und kranken Szenen zu einem runden Horror-Roman verarbeitet wurde.

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