Das Spiel: Opfer

Originaltitel: Bad Games
Autor: Jeff Menapace
Genre: Horror / Terror
Umfang: 400 Seiten
Veröffentlichung: 11.07.2016
Verlag: Heyne Hardcore

Das Spiel: Opfer leitet eine bis März 2017 komplett in Deutschland zu veröffentlichende Trilogie ein. Im ersten Teil, der im Jahr 2008 in der US-Amerikanischen Einöde angesiedelt ist, geht es um eine Familie, die auf ihrem Ausflug von zwei verrückten Brüdern terrorisiert wird. Beide wollen nur eins: ihr „Spiel“ spielen, bei dem sie ausgewählte Opfer erst psychisch terrorisieren, um sie im weiteren Verlauf immer weiter in die Mangel zu nehmen und letztendlich zu töten.

Der Protagonist Patrick und seine Frau Amy fahren guter Dinge zu einem am See gelegenen Häuschen, werden aber schon auf dem Weg dorthin von fragwürdigen Gestalten angesprochen und schikaniert. Nichtsdestotrotz versuchen sie, den Urlaub zu geniessen. Der störrische Sheriff und die gutmütigen Nachbarn zerstreuen alle Sorgen der beiden Eltern. Doch die indirekten Attacken nehmen an Zahl weiter zu, irgendwann kommt es zu ersten körperlichen Auseinandersetzungen und zu einem Mord. Doch sich aus dem Sog der Gewalt zu entziehen, ist es dann schon viel zu spät.

Nicht nur liest man aber das Geschehen aus der Sicht Patricks und seiner Frau, sondern auch aus der ihrer Peiniger. Arty und Jim sind zwei wahnsinnige Brüder, deren Geschichte in mehreren Rückblenden erzählt wird. Die beiden nehmen sich nicht viel, nur schafft einer es immer den anderen zurückzuhalten, wenn dieser vor Wut die Kontrolle verliert. Immer mal wieder wird ein Spiel beschrieben, wie es in der Vergangenheit oder parallel zu der Auseinandersetzung mit der Familie aufgezogen wird.

Das Spiel bleibt hierbei natürlich nicht unblutig, sparsam aber effektiv sind mehrere Splatterszenen im Buch eingestreut, die dem ganzen Werk eine ziemlich makabere Note geben. Der Vergleich mit Richard Laymon ist nicht unberechtigt, auch wenn Menapace´s Stil etwas blutärmer und dialoglastiger ist. Wirklich überzeugen können die Charaktere, die klischeefrei ihre Aufgabe machen und deren Handeln an der ein oder anderen Stelle sogar überrascht. Die Geschichte wird des Weiteren formelhaft und mit einigen guten Ideen weitergeführt und rund abgeschlossen. Der Cliffhanger am Ende ist geschickt platziert – zwar sind die meisten Fragen beantwortet und man könnte es bei diesem Buch belassen, aber die Hinweise auf neue Täter und Opfer sind so gut gelegt, dass man sich auch gerne auf das zweite Buch einlassen will.

Ein paar mehr Höhepunkte hätte man sich von Das Spiel dann doch erwartet, an einen klassischen Laymon oder gar Ketchum kommt es in Sachen Spannung und Splatter nicht heran. Dennoch wird das Horrorbuchjahr 2016 von einem soliden Terrorroman begleitet, das ich gerne gelesen habe.

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