One Night Stan´s

Originaltitel: One Night Stan´s
Autor: Greg Sisco
Genre: Thriller / Splatter
Umfang: 300 Seiten
Veröffentlichung: 22.01.2015
Verlag: Luzifer Verlag

One Night Stan´s ist ein vor Blut triefender Thriller mit pechschwarzem Humor. Drei Studenten treffen sich abends in ihrem lokalen Stripclub. Der eine will saufen, der nächste will noch mehr saufen und der dritte stellt einer der Stripperinnen hinterher. Beim Urinieren in eine Telefonzelle klingelt es auf einmal, und der schon stark angetrunkene Jeremy nimmt den Hörer ab. Fälschlicherweise wird er für einen Mittelmann gehalten und angewiesen, einen Koffer voller Geld aus der Nähe des Stripclubs zu besorgen und zu dem Anrufer zu bringen. Hier kommt die Geschichte ins Rollen. Die Studenten organisieren sich, mehr oder weniger, und versuchen, das Geld für sich alleine zu ergattern. Das löst eine Kettenreaktion aus und das Trio wird in der Nacht von gewalttätigen Prostituierten, einem russischen Türsteher, einem Serienkiller und anderen merkwürdigen Gestalten verfolgt.

Die Geschichte ist episodenhaft gegliedert und erzählt das Geschehen aus der Sicht aller Charaktere. Genaue Zeitangaben schildern das Geschehen quasi in Echtzeit, manche Kapitel schildern nur eine Spanne von wenigen Minuten. One Night Stan´s liesst sich somit wie ein Drehbuch.

Der Schreibstil ist einfach, aber sehr klar und derb. Viel Anspruch sollte man nicht erwarten, dieses Buch ist zum Vergnügen geschrieben worden, und das ist gut so! Die heftige Sprache passt zu dem vielen Blut, das im Sekundentakt vergossen wird. Am ehesten liesst sich Sisco wie Richard Laymon – zwar erreicht er nicht Laymons Klasse, kann aber bessere Geschichten erzählen. Viele Hardcore-Romane berufen sich lediglich auf ihre Brutalität, hier jedoch wird Wert auf Situationskomik gelegt. Es ist ein Genuss, die verkrachten Charaktere dabei zu beobachten, wie sie sich gegenseitig zugrunde richten.

Mal trifft die mordgeile Stripperin auf einen gleichgesinnten Serienmörder, dann muss ein Nerd seine Geliebte aus den Fängen eines Wahnsinnigen befreien, während ein völlig zugedröhnter Nachtclubbesitzer nach dem fünfunddreissigsten Rum daran scheitert, seinen Partner zu erschiessen.

Natürlich kommt nun unzählige Male der (vermutlich bald in Gold abzuwiegende) Vergleich mit Quentin Tarantino. Meiner Meinung nach ist das nicht unbedingt treffend. Tarantino mag ein Pionier auf dem Gebiet solcher Unterhaltungsmedien sein, denn ein „Pulp Fiction“ oder ähnliches hat nicht nur die Film-, sondern auch die Buchwelt geprägt, auch One Night Stan´s ist davon betroffen. Aber Siscos Stil verbindet Elemente klassischer Splattergeschichten mit der Frechheit moderner Krimikomödien. Das hat nichts mehr mit Tarantino zu tun, sondern stellt eine erfrischende Abwechslung im Thriller-, beziehungsweise Splattergenre dar.

Viel Situationskomik, Blut, Sex, Drogen und Alkohol. Es wird gemordet, was das Zeug hält, das Ende ist nicht vorhersehbar. One Night Stan´s punktet mit einer hohen Geschwindigkeit, guten Charakteren und einer derben Sprache. Auf Anspruch und allzu große Momente wird verzichtet, dafür wird man blendend unterhalten. Gerade wenn man einmal aufgrund seiner Arbeit oder der Freundin nicht ordentlich feiern kann, ist dieses Buch der beste Ersatz.

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