Splatter – Die Meister des Blutes Band 2

Originaltitel: Splatter - Die Meister des Blutes Band 2
Autor: Peter Osteried
Genre: Illustriertes Filmsachbuch
Umfang: 230 Seiten
Veröffentlichung: Juni 2007
Verlag: Medien-, Publikations- und Werbegesellschaft Knorr Martens

Viele Filmklassiker kennt man vom Namen her – jedem Interessierten sind Titel wie „The Hills have Eyes“, „Scream“ oder „Re-Animator“ ein Begriff. Doch woher kommen die Ideen für diese Filme, wer hat sie produziert, inszeniert und ihren Plot verfasst? Das Filmsachbuch Splatter – Die Meister des Blutes Band 2 gibt auf solche und andere Fragen detaillierte Antworten.

Mit vielen Bildern, Texten und Interviews schildert der Autor Peter Osteried, wie einige Horrorklassiker entstanden sind. Nie aber bleibt es bei reinen Fliesstexten, auf jeder Seite des großformatigen Werkes finden sich schöne Bilder von den Filmschaffenden, den Dreharbeiten und den Filmen selbst. Zudem wechselt er immer zwischen der Beschreibung von Filmen, biografischen Abschnitten über die Filmemacher und Interviews. Die Auswahl an Filmen scheint auf den ersten Blick willkürlich, doch präsentiert Osteried hier eine gute Mischung. Einerseits werden altehrwürdige Meister wie Tobe Hooper („Texas Chainsaw Massacre“), John Carpenter („Halloween“) oder Brian Yuzna („Re-Animator“) porträtiert, andererseits kommen auch noch recht unbekannte Künstler wie Neil Marshall („The Descent“) und Paul W.S. Anderson („Resident Evil“) zum Zug.

Oft bemüht sich der Autor darum, wiederkehrende Elemente der Filme mancher Regisseure zu benennen. Ein langer und sehr starker Abschnitt beschäftigt sich beispielsweise mit dem Motiv der Isolation in Carpenters Filmen. Dann wieder werden Vergleiche angezogen – zum Beispiel wird der Thriller „Assault on Precinct 13“ (ebenfalls von Carpenter) als Quasi-Remake des Westerns „Rio Bravo“ erkannt.

Manche Abschnitte sind auch einfach nur wegen der Regisseure interessant. Beispielsweise die Biografie von Tobe Hooper, der die extrem abwechslungsreiche, zugegebenermaßen aber auch durchwachsene Filmografie desselben beleuchtet. Dass der Altmeister nicht nur für Horrorfilme wie „Texas Chainsaw Massacre“ und den Familienklassiker „Poltergeist“ verantwortlich ist, sondern sich auch an mutige bis seltsame Versuche im Science-Fiction Genre gewagt hat, ist überraschend.

Spannend ist, dass manche Regisseure oder Filme gänzlich unbekannt sind, obwohl sie einen starken Einfluss auf folgende Generationen haben mussten. So begann der Slasher nicht unbedingt mit den amerikanischen Archetypen, sondern schon mit den italienischen Horrorfilmen von Mario Brava und Konsorten.

Ein Kritikpunkt bleibt. Dem Autoren ist kein Film der Regisseure zu schade, um ihn nicht wenigstens kurz zu beschreiben. Manchmal ist das übertrieben, dann wieder absolut fehl am Platz – Dass es ein „Robot Ninja“ nie von der VHS auf eine DVD geschafft hat, ist völlig in Ordnung, schlechten Filmen muss man einfach nicht nachtrauern. Zudem werden manche Filme beschrieben, die kaum noch etwas mit dem Horrorgenre zu tun haben, ab und zu hat man dann das Gefühl, der Autor würde abschweifen.

Andererseits bekommt man als Leser einen guten Einblick in die Welt der Filme, wie sie entstehen, warum sie manchmal schlecht werden und was sie eigentlich aussagen wollen. Ein „Tanz der Teufel“ lässt sich ganz anders genießen, wenn man seine nervenauftreibende Drehgeschichte vor Augen hat.

Ein Buch von Filmliebhabern für Filmliebhaber über Filme. Eines, das sich lohnt, weil es einen völlig anderen Zugang in die Welt des modernen Horrors bietet, das diese Filme nicht nur würdigt, sondern sie auch auf eine neue Art und Weise wertvoll macht. Für (Horror-)Filmfans mit einem Hang zur Nostalgie absolut zu empfehlen!

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