Töten ist ganz einfach

Originaltitel: Töten ist ganz einfach
Autor: B.C. Schiller
Genre: Thriller
Umfang: 403 Seiten
Veröffentlichung: 20.11.2013 (Deutschland, broschiert)
Verlag: LUZIFER-Verlag

Töten ist ganz einfach wurde 2011 von dem Autorenpaar Barbara und Christian Schiller als E-Book veröffentlicht. Nun kommt das Werk gedruckt auf den Markt. Als düsterer und brutaler Thriller hebt sich dieser Roman nicht nur von seiner Konkurrenz ab, er schlägt auch eine Brücke zur modernen Horrorliteratur.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Inspektor Tony Braun, der eine blutige Mordserie aufklärt. Dabei muss er sich gegen einen osteuropäischen Verbrecherring sowie gegen die Willkür seiner Vorgesetzten durchsetzen. Nicht nur er, auch eine verzweifelte Freundin, ihr spielsüchtiger Vater, seine Kollegen und weitere Personen geraten in die Schusslinie des wahnsinnigen Killers. In Linz und Palma hinterlässt dieser eine blutige Spur.

Töten ist ganz einfach eignet sich eher für Fans moderner Horrorliteratur als zum Beispiel Thriller von Frank Schätzing oder Jean-Christophe Grangé. Dieser Roman ist nämlich brutaler und beschreibt teilweise auch psychologische Abgründe. Die Brutalität und der Horror eines Jack Ketchum oder H.P. Lovecraft werden hier zwar nicht erreicht, aber das ist auch nicht das Ziel. Es handelt sich einfach um einen Thriller mit mehr Splatter und gruseligen Abschnitten als bei der Konkurrenz.
Das Geschehen wird aus der Sicht aller Beteiligten erzählt. Die meiste Zeit wird zwar der Inspektor beleuchtet, doch oft wird seine Geschichte durch Kapitel, die den Nebencharakteren gewidmet sind, aufgelockert. Die Geschichte ist nicht besonders komplex, dafür wird sie sauber, ohne Längen und sehr schnell erzählt. Wer sich eingelesen hat, kann das Buch also nur schwer aus der Hand legen. Die Handlung ist spannend und äußerst kurzweilig.

Das liegt nicht allein an der straffen Schreibweise, die nur ab und zu durch Rechtschreibfehler und übertrieben viele Anglizismen negativ auffällt, sondern auch an der düsteren Grundstimmung. Jeder der Charaktere hat eine schwierige Vergangenheit und sieht sich einer noch komplizierteren Zukunft gegenüber. Zwar werden keine ausufernden Gesellschaftsstudien geboten, aber die Mischung aus Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, Spielsucht und Einsamkeit der einzelnen Personen weiss zu überzeugen. Die Charaktere sind einem eben auch sympathisch und neben den Morden beschäftigt den Leser auch die Frage, wer den Weg aus seinem eigenen Elend bestreiten kann und wer dabei auf der Strecke bleibt.

Jedoch hätte man an diesem grundsoliden Gerüst feilen können. Die Charaktere sind zwar alle gut, aber einigen von ihnen fehlt es an Entwicklung. Einerseits ist die Beschreibung von der Beziehung zwischen dem spielsüchtigen Vater und seiner enttäuschten Tochter sehr gut gelungen, die Geschichte von dem Antihelden und Protagonisten stagniert aber, was auf einen weiteren Roman mit ihm als Inspektor vermuten lässt, hier aber unbefriedigend ist.
Zudem hat man das Gefühl, dass einige Chancen nicht genutzt wurden. In der Mitte des Buches finden sich Abschnitte, die, ein wenig anders konstruiert, viel stärker hätten ausfallen können. Warum nimmt der Protagonist seine kurzzeitige Suspendierung so gelassen hin, wo er sich sonst durch besonderen Jähzorn auszeichnet? Weshalb wird eine Affäre, die er mit der Tochter seines Feindes hat, so gleichgültig fallen gelassen und nicht weiter beleuchtet?
In den letzten Kapiteln vermisst man dann die Auflösung einiger Elemente, die am Anfang des Buches noch eine größere Rolle spielten.

Trotz dieser kleinen Versäumnisse ist der Gesamteindruck rund. Das Ende ist stark geworden und führt die vielen Handlungsstränge zu einem ordentlichen Schluss. Jeder Charakter bekommt das was er verdient, das Mordmotiv wird nachvollziehbar aufgeklärt.

Alles in Allem ist Töten ist ganz einfach ein spannender Thriller, der sich ebenso an Horror- wie auch an Krimifans richtet. Die Gesellschaftskritik, den Horror, die brutalen Szenen und die Charaktere hat es zwar schon überall mal gegeben, aber die Mischung ist hier stimmig und wer sich auf einen kurzweiligen, oft heftigen Roman mit kleinen Schwächen einlassen kann, wird definitiv belohnt!

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