3. Oktober 2012 von in

My Final Destination: Im Interview mit Marco Rudolph (Regisseur, Autor, Produzent,…)

Wenige Wochen vor der Premiere von My Final Destination haben wir exklusiv die Möglichkeit bekommen mit Marco Rudolph zu sprechen, dem Schöpfer des Fanfilms zur beliebten Horrorreihe.

 

Was fasziniert dich an der Final Destination-Reihe?

Der erste Teil hat mich damals umgehauen. So etwas habe ich nicht erwartet, wie der Film dann in Fahrt gekommen ist. Dazu noch die unheimliche Atmosphäre und Spannung, die einen guten Horrorfilm am Leben hält…

Diese Atmosphäre war mir vor allem bei „My Final Destination“ wichtiger, als irgendwelche Todesszenen.

Unseren Vorgängerfilm würde ich eher als „Sunnyside“ bezeichnen und die Fortsetzung mehr als „Darkside“, da sie doch vom Stil her ziemlich unterschiedlich geworden sind.

Um darauf zurück zu kommen, was mich am Thema des Films so interessiert ist, dass man nie und nirgendwo sicher sein kann.

Zumal ich vor einigen Jahren selbst von einem solchen Fall in der Zeitung gelesen habe.

Es ging um eine Familie, die in den Urlaub fliegen wollte,ihr Flugzeug aber verpasst hat, welches dann abstürzte. Somit sind sie zwar verspätet in ihrem Urlaub gesund angekommen; bei der Rückfahrt starben angeblich alle Familienmitglieder bei einem Autounfall…

So fern ab von der Realität scheint James Wong wohl doch nicht gewesen zu sein…

 

Wie lang haben die Dreharbeiten gedauert?

Begonnen haben wir mit der ersten Szene am 23.10.2011 – es war die Szene im Proberaum (Bandauftritt).

Mitte Juli 2012 war dann nach langer Verschiebung die letzte Szene im Kasten. Das Drehen an sich hat sich also über ungefähr 9 Monate erstreckt.

 

Was waren die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung war alle benötigten Darsteller zu selben Zeit zusammen zu bekommen, um die geplanten Szenen zu drehen (vor allem, da einige der Darsteller und ich im 3-Schicht-System arbeiten).

Besonders die Szene um „Tina“ hat es mir schwer gemacht, da sie durch langen Krankenhausaufenthalt der Darstellerin zwei mal komplett(!) umgeschrieben werden musste.

Ohne zu spoilern will ich verraten, dass es erst angedacht war, ihre Szene in einer Arztpraxis spielen zu lassen (da wäre meine Nadelphobie ins Spiel gekommen).

Wie ihr jetzt seht, spielt sie „in freier Natur“. Keine weiteren Darsteller wurden nun mehr dafür benötigt, sonst wären wir im Juli mit Drehen nicht fertig geworden.

 

Wie hoch war der finanzielle, wie hoch der zeitliche Aufwand?

Da von früheren Projekten noch Technik und Software zur Verfügung stand, betrugen die Kosten „nur“ um die 150 € (ohne die erheblichen Kosten für die kommende Premierenfeier^^). Hauptkostenpunkte waren: Ganzkörperdummy, Visuelle Effekte fürs Finale, diverse Requisiten und Kunstblut.

Der zeitliche Aufwand war immens. Neben dem Film an sich wurden noch diverse Poster, Cover, Spots und Trailer erstellt, um die Vorfreude noch zu erhöhen und (hoffentlich) mehr Zuschauer auf YouTube zu locken.

Außerdem wurde noch das Cover für ein im Film ersichtliches Männermagazin („Mens Life“) im Photoshop erstellt, sowie ein Filmposter zum frei erfundenen Film „Death from Above 3D“ (ein Verweis auf unseren ersten Teil „Final Destination 4.5„).

 

Wird es einen weiteren Film der Reihe geben oder wirst dich neuen Themen widmen? Und suchst du für weiter Projekte noch talentierte Laiendarsteller mit Statistenerfahrungen ?

Es wird aller Wahrscheinlichkeit keinen weiteren Film zu diesem Thema geben (zumindest nicht von mir^^). Die Geschichte ist zu Ende erzählt.

My Final Destination“ war anfänglich ebenfalls nicht geplant. Eigentlich war etwas völlig anderes für dieses Jahr vorgesehen.

Nur auf den Wunsch von zahlreichen YouTube-Usern haben wir uns dazu entschieden, doch noch eine weitere Episode zu drehen.

Und bei den Schauwerten der Reihe – den Todesarten – habe ich mich zum Großteil ganz nach den Wünschen der Fans gerichtet.

Einen Hauseinsturz hätte es sonst mit Sicherheit nicht gegeben.Für kommende Projekte hätte ich natürlich auch gern mal eine Abwechslung in meiner Darstellerriege. Nur war dies in der direkten Fortsetzung unseres „Final Destination 4.5“ natürlich nicht möglich.

 

Wie lange machst du schon (Fan)filme und wann hat sich deine Leidenschaft dafür herauskristallisiert?

Begonnen haben wir Ende 2009 mit unserem ersten, 8-Minütigen Filmversuch „Saw 6.5 – Widerstehe der Versuchung“, den wir interessehalber direkt nach dem (sehr guten) sechsten Teil der Reihe produziert haben – damals noch mit billigsten Mitteln (Falle aus Pappe!). Nachdem wir mit diesem sogar im Nachhinein den zweiten Platz bei einem „Saw Videocontest“ gemacht haben und damit sogar auf der deutschen Kauf-DVD und Blu-ray von „Saw VII“ zu sehen sind (aus lizenzrechtlichen Gründen leider ohne die ursprüngliche Hintergrundmusik), stand unser Entschluss fest, weitere Filme zu machen.

Zwischendurch haben wir das ein- oder andere mal uns an eigenen Kurzfilmstoff gewagt. Mit unseren Fanfilmen sind wir aber nach wie vor am erfolgreichsten. Mittlerweile fragt schon jeder, welchem Hollywoodvorbild wir uns als nächstes widmen…

 

Handelt es sich bei den Darstellern um deinen Freundeskreis. Wenn ja war es schwer sie dafür zu begeistern oder stehen sie gern vor der Kamera?

Ich habe das Glück Freunde zu haben, die sich zum Großteil gern vor der Kamera sehen.

Filmfans waren wir schon immer. Schon vor etlichen Jahren haben wir gesagt, dass wir gern mal etwas eigenes machen würden.

 

Welches Ziel verfolgst du mit deinen Filmen, willst du gern mal irgendwann beruflich in der Branche arbeiten oder siehst du es bloß als Hobby?

Um ehrlich zu sein habe ich gehofft, dass meine Filme gut ankommen um es dadurch irgendwann mal selber in die Filmbranche zu schaffen (in welcher Position sei erstmal dahingestellt, da ich in allen Schritten meiner Filmprojekte erprobt bin).

Meinen jetzigen Beruf mache ich zwar gern, auf Dauer sehne ich mich aber nach mehr.

 

Hast du bestimmte Lieblingsfilme und Filmemacher an denen du deine Arbeit orientierst/ denen du nacheiferst?

Ich bin großer Tim Burton Fan. Irgendwann mal etwas so verrücktes und fantasiereiches wie er zu machen, wäre klasse.

Ansonsten sehe ich alles gern und momentan keine Favoriten nennen. Nacheifern tu ich sicher auf irgend eine Art jedem Regisseur, von dem ich bisher einen Film gesehen habe^^

Am meisten orientiere ich mich an „Hinter dem Kulissen“- Material, welches ich mir schon seit frühester Kindheit gern ansehe. Da kann man viel lernen, was Special Effects und Schauspielarbeit angeht.

 

Welcher Teil deiner Arbeit (Drehbuch schreiben, Regie führen, Effekte kreieren, Film schneiden, etc.) macht dir am meisten Spaß?

Am meisten Spaß macht das Drehen, denn das ist für mich der einzige Teil des Prozesses, in dem ich mit Mitmenschen arbeiten kann – und wir haben meist sehr viel Spaß dabei! Außerdem sieht man mal was von der Welt^^.

Die Restlichen Schritte sind zwar auch faszinierend (da man seinen Film „wachsen“ sieht), aber mit der Zeit wird es zum notwendigen Übel, wenn sich die Nachproduktion in die Länge zieht… Irgendwann kann man seinen eigenen Film nicht mehr sehen.

Diesmal hat mir aber auch das Erstellen der Filmmusik viel Spaß gemacht, denn es war unser erster Film, bei dem wir (neben reichlich lizenzfreier Musik) auch eigene Musik erstellt haben. Die Band „Pink Violet“ (die auch im Film zu sehen ist) hat auch ihren Teil zum Rest des Films beigetragen.

Ich hatte eine Gänsehaut, als sie im Proberaum die Vorspannmusik eingeübt haben!

 

Was kostet die meiste Zeit?

Die Post-Production; vor allem der Tonmix in Dolby 5.1. Und auch die Nachsynchronisation (diesmal ja sogar zweisprachig). Das kostet nicht nur haufenweise Zeit, es mach (uns allen) auch am wenigsten Spaß!

 

Gibt es sonst noch etwas, was dir auf dem Herzen liegt und du deinen Fans mitteilen möchtest?

Ich hoffe es gefällt euch unser diesjähriges Großprojekt! Es ist von Fans für Fans der Reihe (und die, die es werden wollen).

Unterstützt uns mit Kommentaren, Abonnements auf YouTube und reichlich Daumen, damit wir kommende Filmprojekte noch besser machen können (3D ist auch schon angedacht)!

 Wir danken für das Interview und wünschen viel Erfolg für die Premiere (23.10.2012 bei YouTube) und die Ausstrahlung des Films.

Lust auf...?

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