26. Oktober 2012 von in

Noel Clarke im Interview über seinen neuen Film Storage 24

Noel Clarke InterviewPünktlich zum Start des DVD-Verkaufs von Storage 24, hatten wir das Vergnügen mit Noel Clarke, Hauptdarsteller, Produzent und Drehbuchautor, zu reden. In Großbritannien ist er seit einigen Jahren eine feste Größe im Filmgeschäft, mit seinem skurillen Horror-Drama wird er nun dem deutschsprachigen (Horror)Publikum vorgestellt.

Noel, du bist nicht nur der Hauptdarsteller von „Storage 24“, sondern auch noch Produzent und Drehbuchautor. Wie ist es dazu gekommen und wie ist das Projekt entstanden?

Die Idee bekam ich, als ich mit meiner Frau in einem Schließfach-Lagerhaus war und dort Sachen verstaute. Ich ging die langen, dunklen Korridore entlang und dachte mir, dass das ein perfekter Ort für einen Horrorfilm wäre. Zu Beginn wollte ich einen Serienkiller auf die Gruppe loslassen, aber dann gefiel mir die Idee, etwas Generiertes und Künstliches zu erschaffen. Das macht das ganze noch spannender. Und so kam es dann zum Alien.

Der Regisseur Johannes Roberts sagte, dass er sich an John Carpenter’s The Thing orientieren wollte. War es auch deine Absicht eine Hommage an das Meisterwerk zu fertigen?

Wenn du als Produzent einen Regisseur engagierst, musst du ihm Freiheiten lassen und kannst sein künstlerisches Schaffen nicht unterdrücken. Er teilte mir dann seine Visionen mit, auch, dass er The Thing als Vorbild nimmt und ich war mit allem einverstanden. Johannes wollte mehr Horror-Elemente reinbringen, also hat der Film mehr Horror-Elemente bekommen. Ich finde er hat seine Sache sehr gut gemacht.

Die Grundhandlung ist relativ klassisch, eine Gruppe Leute die von einem Alien verfolgt wird. Was macht „Storage 24“ dennoch einzigartig?

Die erste Hälfte des Films. Es geht hier um Beziehungen und wie diese enden, eine Situation mit der sich fast jeder identifizieren kann. Außerdem verstauen die Leute ständig Sachen in Schließfächern und viele haben wirklich Angst während sie das tun. Sie schauen ängstlich in die langen Gänge, durch die dunklen Korridore und befürchten, dass plötzlich irgendwas Unheimliches auftaucht. Mit dieser weit verbreiteten Angst wollten wir spielen.

Also willst du, dass sich nach deinem Film keiner mehr in ein Schließfach-Lagerhaus traut?

Ja, das wäre toll!

Dein Charakter in „Storage 24“, Charlie, ist ein netter Kerl, aber er hat es nicht leicht. Seine Freundin betrügt ihn mit seinem besten Freund und er versucht verzweifelt die Beziehung zu retten. Gibts hier irgendwelche persönlichen Parallelen?

(lacht) Gott sei dank nicht! Es war wirklich toll so einen Charakter zu spielen, vor allem, weil ich in der Vergangenheit hauptsächlich harte, starke Typen verkörpert habe. Jetzt hab ich endlich mal einen Softie gespielt, der einfach nicht von seiner Ex-Freundin loskommt. Aber zum Glück hat das nichts mit meinem echten Leben zu tun, bei mir läufts sehr gut mit den Frauen (grinst).

Der Großteil des Films spielt in dem Lagerhaus. Wie war das Drehen dort, hat sich die Crew manchmal auch gefürchtet?

Ja, definitiv! Wir haben zwar nicht On-Location gedreht sondern das ganze Set in einem Studio nachgebaut, aber die Leute haben beim Drehen wirklich Angst bekommen. Speziell bei den engen, dünnen Schächten durch die wir gegen Ende des Films klettern. Hier ist es ein paar mal vorgekommen, dass der Kameramann falsch abgeboben ist und dann plötzlich in einer Sackgasse war. Dann mussten wir jemanden losschicken der ihn wieder rausführte, das war wirklich lustig!

Lass uns ein bisschen über dich reden. Du bist in Großbritannien ziemlich berühmt, vor allem durch die Dramen „Kidulthood“ und „Adulthood“. Dann finden wir auch eine Romantikkomödie („The Knot“) in deiner Filmografie. Jetzt einen Horrorfilm. Du willst dich wohl nicht auf ein Genre festlegen?

Ganz genau! Das will ich wirklich nicht. Die Leute kritisieren mich oft dafür, dass ich in so vielen Genres arbeite, aber das ist einfach das, was ich machen will. Ich bin ein riesiger Filmfan, das war ich schon immer. Und als Filmfan mag ich alle Arten von Filme, nicht nur die eines bestimmten Genres. Ich will alles probieren und mich in jedem Bereich versuchen. Außerdem mag ich es, dass die Leute nicht wissen, was ich als nächstes machen werde. Ich bin froh darüber, nicht in eine Schublade gesteckt zu werden, sondern unberechenbar zu bleiben.

Wie bereits erwähnt bist du nicht nur als Schauspieler tätig, sondern auch regelmäßig als Drehbuchautor. Was hat dich dazu gebracht?

Wenn du als Schauspieler nicht die Rollen bekommst, die du gerne spielen würdest, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du jammerst rum und beschwerst dich, oder du greifst selbst zur Feder und schreibst Storys, in denen du gerne mitspielen würdest. Das habe ich gemacht.

Was sind deine Zukunftspläne? Hast du besondere Ziele und Träume?

Ich will einfach weiterarbeiten und das tun was mir Spaß macht, nämlich Schauspielen. Ich habe seit Beginn meiner Karriere (1999, Anm. d. Red.) sehr hart und viel gearbeitet. Nun will ich den Sprung auf die nächste Ebene schaffen und bei größeren Projekten größere Rollen bekommen. Es geht darum sich immer weiter zu entwickeln und die Meßlatte von Projekt zu Projekt höher zu legen. Bis man irgendwann ganz oben steht. Das ist mein Ziel.

Was war der wichtigste Film deiner Karriere, der dich am meisten „nach oben“ gebracht hat?

Mit Sicherheit Adulthood, für den ich dann auch einen wichtigen Preis gewonnen habe (BAFTA Rising Star Award 2009. Die nächsten Preisträger waren Kristen Stewart [2010] und Tom Hardy [2011], Anm. d. Red.). Dieser Film hat wirklich meine ganze Karriere verändert; zum Positiven.

Zu guter Letzt würden wir gerne wissen, ob es irgendeine konkrete Rolle gibt, die du unheimlich gerne spielen würdest?

Ja, ich hätte voll Lust darauf so eine Figur wie Jason Bourne zu spielen. Ich wollte schon immer in einem großen Action-Blockbuster die Hauptrolle übernehmen, das fehlt mir noch in meiner Filmografie. Ich hoffe, ich kann mir den Traum bald erfüllen.

Wir danken für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Glück und alles Gute!

Foto: prphotos.com

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