Blutsäufer: Rostrote Geschichten

Originaltitel: Blutsäufer: Rostrote Geschichten
Autor: Richardt Arwin
Genre: Horror
Umfang: 170 Seiten
Veröffentlichung: 27.02.2020
Verlag: Amazon Selfpublishing / Stadtknecht Produktion

In Zeiten von Corona und Quarantäne treibt vielen von uns die Einsamkeit um, vielleicht auch Angst. Man ist eingesperrt in der eigenen Isolation, ob drinnen oder draußen, unter Leute zu gehen ist verboten. Die Straßen sind leer, Orte des Zusammenkommens wie Clubs, Bars, aber auch Schulen, Arbeitsplätze und Universitäten sind geschlossen. In dieser Zeit der Entfremdung ist man mit sich selbst beschäftigt, auch mit den eigenen Ängsten und Abgründen. Der Kurzgeschichtenband Blutsäufer: Rostrote Geschichten befasst sich mit den Schrecken, die tief in uns verborgen liegen — und bietet daher in Zeiten von Corona eine beängstigende, aber auch heilsame Lektüre.

In 12 Kurzgeschichten werden unterschiedlichste Horrorszenarien durchgespielt. Immer sind die Protagonisten die eigentlichen Bösen, die Bluttaten begehen, oder ihren Peinigern einen besonders abscheulichen Tod bereiten. Da ist Sarah, die von einem Unbekannten im Hotel aufgesucht wird und plötzlich selbst Mordgelüste entwickelt. In einer extrem blutigen Liebesgeschichte schlachten sich junge Pärchen gegenseitig ab, dann ist da der Entwicklungshelfer, der eine südamerikanische Plantage ausrauben will und es mit einer örtlichen ebenso durchtriebenen Schamanin aufnehmen muss.

Mal extrem blutig, plötzlich wieder schwarzhumorig und dann einfach gruselig wechseln sich die Geschichten in ihrem Stil ab, garantieren aber immer eine ordentliche Portion Horror. Richardt Arwin, dessen mittlerweile viertes Buch wir hier rezensieren, hat mit seinem Team der Stadtknecht Produktion nun ein besonders ambitioniertes Werk vorgelegt. Jede Kurzgeschichte hat ihre eigene, finstere Illustration. 12 Mal präsentiert er seinen knappen, drehbuchartigen Schreibstil und orientiert sich hier an Horrorautoren wie Jack Ketchum und Richard Laymon, aber auch an Filmen wie Hellraiser und From Dusk till Dawn.

Einziger Kritikpunkt am Ende bleibt, dass nicht alle Geschichten den gruseligen und blutigen Ton von wirklich fiesen Teilen wie „Lamia“, „Weisser Wurm / Schwarzes Packweib“ oder „Kleiner Junge“ halten können. Dann wird Arwin wieder zum Autor der „Stadtknechte“, die er letztes Jahr veröffentlicht hat, etwa bei den Geschichten „Kaufhölle“ oder „Die Wahre Kunst“, die nur so triefen vor schwarzem Humor.

Uns stört die Mischung nicht, denn schwarzer Humor und blutiger Horror schließen sich nicht aus, im Gegenteil. Dieser Kurzgeschichtenband Arwins ist derb, blutig und auf eine sehr makabre Art auch lustig. Innere Probleme wie Einsamkeit, Alkoholsucht, unerwiderte Liebe und Wut werden hier aufgearbeitet, was Horrorfans und Lesern in der erzwungenen Urlaubszeit eine heftig-blutige und vielleicht sogar anregende Lektüre bieten dürfte. Daher geben wir eine klare Leseempfehlung für Blutsäufer: Rostrote Geschichten!

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