Synopsis

Josh Lambert und seine Frau Renai trifft ein harter Schicksalsschlag, als eines ihrer Kinder kurz nach dem Einzug in das neue Heim ins Koma fällt. Doch für die beiden kommt es noch schlimmer, als das Zuhause der Familie scheinbar von bösen Geistern belagert wird. Sie versuchen alles, sich dieser zu entledigen und wissen sich am Ende nur noch mit einem weiteren Umzug zu helfen. Doch damit ist das Grauen keinesfalls vorbei…

Trailer

Review

Handlung:
Schauspieler:
Glaubwürdigkeit:
Bild:
Musik:
Sprache:
Grusel:
10/10
Spannung:
10/10
Gewalt:
4/10
Splatter:
0.5/10
Trash:
0/10
Tragik:
7/10
Gesamt: 10 / 10 Punkte

Die Review basiert auf dieser Fassung:
dt. Kinofassung

Kommentar:

Das ich das noch erleben darf! Mit Insidious schufen Regisseur James Wan und Drehbuchautor Leigh Whannell einen Horrorschocker aller erster Güte. Wer aufgrund der Namen jetzt in Richtung Saw denkt, liegt falsch, denn wenn die beiden kreativen Köpfe etwas nicht wollten, war es sich zu wiederholen und einen weiteren Foltersplatter abzuliefern. Viel mehr war ihr Anspruch zu beweisen, dass sie horrortechnisch wesentlich mehr drauf haben, als literweise Blut fließen zu lassen, was Wan folgendermaßen beschreibt: „Ich wusste, dass ich keinen Film machen wollte, in dem Blut und Gedärme spritzen. Ich will den Menschen beweisen, dass ich mehr kann als das. Also konzentrierten wir uns bewusst auf alle Elemente, die Angst machen und unheimlich sind, ohne dass die Bilder übermässig drastisch sein mussten.“ Whannell fügt hinzu: „James und ich hatten den Eindruck, als hätten wir immer noch nicht die Gelegenheit gehabt, unseren definitiven Beitrag zum Horrorfilm zu leisten.(...) Also war da immer noch das unterschwellige Gefühl, den furchteinflößendsten Film aller Zeiten machen zu müssen. Das klingt nach einem hochtrabenden Vorhaben, aber das ist es, was wir uns in den Kopf gesetzt hatten.“

Meine Herren sie haben Wort gehalten. Man könnte jetzt sicher darüber streiten, ob Insidious nun der wirklich furchteinflößendste Horrorfilm aller Zeiten ist, das ist sicher abhängig vom jeweiligen Betrachter und dessen eigenem Verhältnis zur Angst. Aber ich habe lange nicht mehr dermaßen gespannt im Kinosessel gesessen. Der Film vermag es den Zuschauer von der ersten Minute an zu packen und bleibt auch immer direkt am Geschehen. Es gibt keinerlei Nebenhandlung, die den Spannungsbogen verflachen lässt sondern die Kurve geht stetig bergauf. Am Anfang passiert dies ganz klassisch sehr gemächlich und zunächst nur dezent. Dabei holten sich die Macher, was sie auch offen zugeben, ihre Inspirationen vor allem bei Genregrößen wie der Exorzist (1973), Tanz der toten Seelen (1962) Bis das Blut gefriert (1961) oder Poltergeist (1982). Wan sagt dazu: „Ich will, das Insidious der Poltergeist dieser Generation wird.“ Das Potential dazu hat er auf jeden Fall. Denn auch wenn der Einstig der Geschichte zunächst eher an oben genannte Filme, erinnert, zieht das Tempo in der zweiten Hälfte jedoch so an und nimmt die Story einen unerwartete Verlauf (auf den ich hier freilich nicht eingehen werden), dass man es nicht mehr mit der klassischen Haus-wird-von-Geistern-heimgesucht-Geschichte zu tun hat. Demnach freute ich mich auch diebisch, nachdem einige Redakteurskollegen sich mit den Worten „Schon 100 Mal gesehen“ vorher verabschiedeten, dass der Film nicht so einfach und konventionell daherkommt, wie es oberflächlich betrachtet vielleicht den Anschein macht.

Neben einem sehr guten Drehbuch, einer innovativen Kameraarbeit und einer exzellenten Regie fügen auch die gut ausgesuchten Schauspieler ihren Teil zum Gelingen des Ganzen bei. So hat man es bei Insidious mit gestanden Charakterdarstellern zu tun, und nicht wie leider so oft in Horrorfilmen mit irgendwelchen drittklassigen Knallchargen. Angeführt wird das Ensemble von Patrick Wilson (Watchmen – Die Wächter, Hard Candy, Das Phantom der Oper), Rose Byrne (Knowing – Die Zukunft endet jetzt, 28 Weeks later, Sunshine) und Barbara Hershey (Black Swan, Portrait of a Lady, Tin Men), die genau wie der restliche Cast den Zuschauer durch ihr authentisches Spiel sehr eng an das Geschehen binden. Selbiges gelingt auch dem vorzüglichen Score, der genüsslich die Klaviatur des Grauens hoch und runter spielt. Dabei setzt der Film aber nie auf Soundeffekte, die mit bloßer Lautstärke und Unvermitteltheit oberflächliche und nur kurz-anhaltende Schockmomente kreieren, sondern baut eine so bedrohliche Atmosphäre auf, wie es kaum ein anderer „Terrorfilm“ vermag.Den Produzenten (Jason Blum und Oren Peli) von Paranomal Activity ist es damit abermals gelungen, dem Horrorfilm mit Insidious ein weiteres neues und ganz eigenes Kapitel zuzuführen. Es bleibt dabei trotz des bisherigen kommerziellen Erfolgs zu hoffen, dass es keine Fortsetzung geben wird, denn die Messlatte, die der Film legt, ist einfach zu hoch um sie überspringen zu können. Aufhören, wenn es am schönsten ist. Bitte, bitte.

PS Abspann abwarten.

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Filmstarts

Kino (Universal Pictures)
Kinostart: 21.07.2011
Laufzeit: ca. 89 Minuten
Freigabe: FSK 16
Uncut: ja

Auf Amazon kaufen Blu-ray (Universal Pictures)
Starttermin: 24.11.2011
Laufzeit: ca. 98 Minuten
Freigabe: FSK 16
Uncut: ja
Indiziert: nein

Auf Amazon kaufen DVD (Universal Pictures)
Starttermin: 24.11.2011
Laufzeit: ca. 98 Minuten
Freigabe: FSK 16
Uncut: ja
Indiziert: nein

Cast & Crew

Regie: James Wan

Drehbuch: Leigh Whannell

Darsteller: Patrick Wilson, Rose Byrne, Barbara Hershey, Angus Sampson, Ty Simpkins, Andrew Astor, J. LaRose, Derick Alexander, Johnny Yong Bosch, Kimberly Ables Jindra, Caslin Katsaros, Derrick Oliver

Produktion: Jason Blum, Oren Peli, Steven Schneider